ZELO Server, Virtualisierung und Cloud-Services

Warum die Systemarchitektur von Rufanlagen heute über Sicherheit, Betrieb und Zukunftsfähigkeit entscheidet

Die Anforderungen an IT-Infrastrukturen in Pflegeeinrichtungen verändern sich spürbar.

Cyber-Security, steigende regulatorische Vorgaben und eine angespannte Personalsituation in der IT treffen auf den Anspruch, kritische Systeme jederzeit sicher und verfügbar zu betreiben.

In diesem Kontext rücken auch Rufanlagen zunehmend in den Fokus der IT-Strategie von Trägerorganisationen. Nicht als klassische Haustechnik, sondern als sicherheitsrelevante Systeme, deren Architektur maßgeblich darüber entscheidet, wie gut Betrieb, Support und Weiterentwicklung langfristig beherrschbar bleiben.

Rufanlagen im Spannungsfeld moderner IT-Anforderungen

In vielen Bestandslösungen basieren Funktionen der Rufanlage auf dezentral installierten Windows-Rechnern in den Einrichtungen.

Diese Systeme übernehmen häufig:

  • die Steuerung von Prozessen
  • die Protokollierung von Ereignissen
  • sowie die Anbindung externer Systeme wie Brandmeldeanlagen, Alarmserver oder DECT-Infrastrukturen

Was lange Zeit funktional ausreichend war, stellt IT-Abteilungen heute vor wachsende Herausforderungen.

Dezentrale Systeme bedeuten hohen Pflege- und Wartungsaufwand, uneinheitliche Softwarestände und eine steigende Angriffsfläche – insbesondere dann, wenn Updates, Migrationen oder Sicherheitsmaßnahmen an jedem einzelnen Standort umgesetzt werden müssen.

Die zentrale Frage: Wo gehören welche Funktionen hin?

Ein entscheidender Punkt in der Bewertung moderner Rufanlagen ist die Trennung von Funktionen:

  • Betriebskritische und normrelevante Prozesse
  • IT-nahe Funktionen wie Konfiguration, Auswertung, und Zusatzanwendungen

Für den sicheren Betrieb in Pflegeeinrichtungen gilt:

Normrelevante Funktionen gemäß DIN VDE 0834 müssen jederzeit stabil und unabhängig von allgemeinen IT-Infrastrukturen funktionieren.

Gleichzeitig ist es aus IT-Sicht sinnvoll, Konfiguration, Verwaltung, Analyse und Erweiterungen zentral zu bündeln, um Aufwand, Komplexität und Risiken zu reduzieren.

Architekturansatz: Betriebssicherheit vor Ort, IT zentral

Die ZELO FL24 Rufanlagen von Cereda Systems folgen genau diesem Prinzip.

Von Grund auf kommen die Anlagen ohne PC-Zentrale in den Einrichtungen aus.

Alle normrelevanten Prozesse laufen autark innerhalb der Anlage auf Basis einer dezentralen CAN-Bus-Architektur. Dadurch bleibt der sichere Betrieb vor Ort unabhängig von Betriebssystemen, Softwareupdates oder der Stabilität lokaler IT-Systeme.

IT-nahe Funktionen werden bewusst davon getrennt und über zentrale Systeme abgebildet. Diese klare Trennung ist ein wesentlicher Vorteil moderner, zukunftsfähiger Rufanlagenarchitekturen.

Zentraler ZELO Server: IT-Services dort bündeln, wo sie hingehören

Auf dieser Basis kann der ZELO Server zentral betrieben werden – virtualisiert, im Kundenrechenzentrum oder als Cloud-Service.

Der zentrale Server übernimmt unter anderem:

  • die Verwaltung beliebig vieler Standorte und Anlagen, auch in Campus-Strukturen
  • differenzierte Benutzer- und Rollenrechte
  • die zentrale Datenhaltung auf SQL-Datenbankbasis
  • sicheren Fernzugriff für Administration und Support

Die Rufprotokollierung erfolgt dabei dezentral über ZELO Gateways als Systemkomponenten vor Ort und wird sicher mit dem zentralen Server synchronisiert.

In den Einrichtungen selbst sind keine wartungsintensiven PC-Systeme mehr erforderlich.

Cyber-Security und Zentralisierung – eine logische Konsequenz

Zentralisierte, virtualisierte Server-Strukturen sind heute ein wichtiger Baustein moderner Cyber-Security-Konzepte.

Gerade vor dem Hintergrund:

  • steigender Sicherheitsanforderungen
  • wachsender regulatorischer Erwartungen (z. B. NIS-2)
  • und knapper IT-Ressourcen

wird deutlich:
Je dezentraler Systeme betreut werden müssen, desto schwieriger wird es, Sicherheitsstandards dauerhaft einzuhalten.

Zentrale Systeme schaffen Übersicht, klare Zuständigkeiten und ermöglichen kontrollierte Updates sowie einheitliche Sicherheitsniveaus – ohne den sicheren Betrieb der Rufanlage vor Ort zu beeinträchtigen.

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, Kommunikation neu zu denken.

Windows 11 als Katalysator für strukturelle Entscheidungen

Die notwendige Umstellung auf neue Betriebssystemgenerationen, wie aktuell Windows 11, wirkt bei vielen Trägern als Auslöser für grundsätzliche IT-Entscheidungen.

Statt bestehende dezentrale Strukturen lediglich zu migrieren, lohnt sich der Blick auf die Architektur insgesamt:
Zentralisierung und Virtualisierung sind kein Selbstzweck, sondern eine Möglichkeit, Betrieb, Sicherheit und Support langfristig besser beherrschbar zu machen.

Servicelevel & Updates: IT-Betrieb statt Einzelmaßnahmen

In einer zentralen Architektur gehören Servicelevel & Updates (SLU) konsequent zum Betriebskonzept.

Sie schaffen:

  • planbare Update- und Wartungsprozesse
  • einheitliche Softwarestände
  • klare Verantwortlichkeiten zwischen Betreiber, Partner und Hersteller

SLU sind dabei weniger ein Vertragsmodell als vielmehr eine Voraussetzung für sicheren, nachhaltigen IT-Betrieb in kritischen Infrastrukturen.

Ausblick: Apps und neue Formen der Pflegekommunikation

Die klare Trennung zwischen sicherem Anlagenbetrieb und zentralen IT-Services schafft zudem Raum für Weiterentwicklung.

App-basierte Erweiterungen, wie moderne Alarmierungs-Apps, bauen auf der bestehenden Infrastruktur auf und ergänzen die Rufanlage – ohne normrelevante Funktionen zu ersetzen.

Für Pflegekräfte bedeutet das mehr Flexibilität im Alltag, perspektivisch mit nur einem mobilen Endgerät. Für Betreiber und IT bleibt die Sicherheit des Grundsystems vollständig erhalten.

Fazit: Architektur entscheidet über Zukunftsfähigkeit

Die Anforderungen an Pflegeeinrichtungen werden weiter steigen – technisch, organisatorisch und regulatorisch.

Eine Rufanlagenarchitektur, die:

  • den sicheren Betrieb vor Ort gewährleistet
  • IT-Services konsequent zentralisiert
  • und Erweiterungen sauber integriert

schafft die Grundlage für Sicherheit, Entlastung und nachhaltige Weiterentwicklung.

Nicht einzelne Funktionen, sondern die Systemarchitektur als Ganzes entscheidet darüber, wie zukunftsfähig eine Lösung tatsächlich ist.

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